Ess-Sucht (Binge-Eating-Disorder)

Wiederholte Essattacken kennzeichnen die Binge-Eating-Störung bzw. Binge Eating Disorder aus. „Binge“ ist das englische umgangssprachliche Wort für ein Gelage und bedeutet schlingen. Hier leiden die Erkrankten an regelmäßigen Heißhungerattacken, die mindestens an zwei Tagen in der Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten auftreten. Die Essanfälle haben mindestens drei der folgenden Merkmale: übermäßig schnelles Essen, Essen, bis das Völlegefühl unangenehm wird, Essen großer Nahrungsmengen, ohne körperlich hungrig zu sein, allein essen aus Scham oder Ekel, depressive Verstimmungen und große Schuldgefühle nach dem Essen. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach Essanfällen keine Gegenmaßnahmen. Sie erbrechen oder hungern nicht und treiben auch keinen extremen Sport, um ihr Gewicht zu vermindern. Sie sind häufig wenig körperlich aktiv.

Die Binge-Eating-Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden und erhöht so das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus sowie Gelenkschmerzen. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an Binge Eating leiden. Auch Menschen mit Normalgewicht können daran erkranken. Von den psychisch bedingten Essstörungen ist das Binge Eating bisher am wenigsten erforscht. Internationale Schätzungen gehen von ein bis drei Prozent Betroffener aus. Eine amerikanische Untersuchung stellte fest, dass 1,6 Prozent der Frauen und 0,8 Prozent der Männer über 18 Jahre im Laufe eines Jahres an dieser Essstörung erkrankt sind.